Der Polfilter bringt satte, Farben und reduziert Spiegelungen

OLYMPUS DIGITAL CAMERALängst kein Geheimtipp mehr: Der Polfilter bringt satte, unverfälschte Farben und reduziert wirksam Spiegelungen

Es gibt nur wenige fotografische Zubehörteile, die die Qualität der Bilder so stark verbessern wie der Polarisationsfilter. Hobby- und Profifotografen in aller Welt nutzen Polfilter, um Spiegelungen zu reduzieren, die Farbkraft zu erhöhen oder Einblicke in undurchsichtige Fenster zu bekommen.

Aus physikalischer Sicht ist ein Polfilter nichts anderes als eine Vorrichtung, die komplementär polarisiertes Licht absorbiert, anstatt es zu reflektieren. Aus diesem Grund sollten Polfilter nur bei schwachen Lichtquellen eingesetzt werden – ansonsten droht die Zerstörung durch Überhitzung.

Geschichte

Bereits in der Frühzeit der Fotografie zur  Mitte des 19. Jahrhunderts erkannte man, dass sich störende Glanzreflexe (beispielsweise bei der Aufnahme von Ölgemälden) durch polarisierende Filter unterdrücken lassen. Da es zu dieser Zeit keine geeigneten Apparaturen gab, behalfen sich die Fotografen mit Turmalinkristallen oder Nicolschen Prismen. Manche Wissenschaftler nehmen sogar an, dass die Wikinger schon im 9. Jahrhundert Filter benutzten, um bei bewölktem Himmel die Sonnenrichtung zu ermitteln.

In den 1930er Jahren gelang es Ferdinand Bernauer, monokristalline Flächenfilter herzustellen, die aus schwefelsaurem Chinin bestanden. Diese wurden zur praktischen Anwendung zwischen zwei Glasplatten montiert. Nahezu zeitgleich entwickelte Edwin Herbert Land in Zusammenarbeit mit dem Kodak-Konzern sogenannte Vielkristallfilter, bei denen größere Mengen von Herapathitkristallnadeln in einem Kolloid eingelagert waren.

Lineare Polarisationsfilter (H-Filter)

Lineare Polfilter werden zumeist aus makromolekularen Folien hergestellt, die in einer Richtung gedehnt werden. Hierdurch werden die Moleküle parallel ausgerichtet. An diese Ketten lagert sich eindiffundiertes Jod an und bildet Landungsträger, die zur Absorption der elektrischen Feldkomponente dienen. Diese Polfilter-Art, die auch als “H-Filter” bezeichnet wird, wurde in der Nachkriegszeit unter der Marke Polaroid bekannt.

Zirkulare Polarisationsfilter

Im Unterschied zu H-Filtern bestehen zirkulare Polarisationsfilter üblicherweise aus zwei optischen Elementen, die direkt hintereinander geschaltet und fest miteinander verbunden sind: einem linearen Polarisationsfilter und einer sogenannten λ/4-Verzögerungsschicht. Das Licht passiert zunächst einen linearen Polfilter, der je nach eingestelltem Drehwinkel eine bestimmte Polarisationsrichtung einlässt. Die andere Komponente wird absorbiert bzw. reflektiert.

Das linear polarisierte Licht fällt anschließend auf die Verzögerungsschicht, deren optische Achse gegenüber dem linearen Polfilter um −45 Grad bzw. +45 Grad gedreht ist. Die Polarisationsqualität hängt in hohem Maße von der exakten Ausrichtung der Verzögerungsschicht und dem Wirkungsgrad des Polarisationselements ab.

Anwendung in der Fotografie

Polarisationsfilter werden der Fotografie auf unterschiedliche Weise eingesetzt. Eine der häufigsten Anwendungen ist das Unterdrücken unerwünschter Reflexionen von nichtmetallischen, glatten Oberflächen (z.B. Glas oder Wasser). Wenn der Austrittswinkel zur Oberfläche zwischen 30 und 40 Grad beträgt, kann ein Polfilter dafür sorgen, dass der Hintergrund nicht überstrahlt wird. Eine weitere beliebte Anwendung ist die Verbesserung der Grünwiedergabe (z.B. beim Fotografieren von Gras oder Laubbäumen). 

Ein anderer wichtiger Anwendungsbereich ist die Himmelsfotografie. Mithilfe von Polfiltern kann ein wesentlicher Teil der Helligkeit zurückgehalten werden, sodass der Himmel auf dem Bild dunkler und damit kräftiger erscheint. Störende Lichtreflexe, die zwangsläufig einen Blauanteil enthalten, werden wirkungsvoll unterdrückt. Helle Wolken heben sich deutlicher vom blauen Himmel ab, insbesondere bei einem Sonnenwinkel von 90 Grad. Um den Effekt zu maximieren, verwenden professionelle Fotografen Weitwinkelobjektive.

Besonders spektakulär ist die Wirkung von Polfiltern beim Fotografieren eines Regenbogens. Zunächst wird der Filter so gedreht, dass die Farblinien unterdrückt werden. Danach erfolgt eine Drehung um 90 Grad, sodass der Regenbogen fast vollständig durchgelassen wird. Das polarisierte Licht der umgebenden Wolken wird vom Polfilter zu mehr als 50 Prozent geschluckt. Im Endergebnis erscheint der Regenbogen relativ zur Umgebung kräftiger.

One Comment  to   Der Polfilter bringt satte, Farben und reduziert Spiegelungen

  1. Liliane sagt:

    Ein interessantes Gadget. Weiss jemand, was das kosten wird?

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